17.07.2010 - [Unwetterjagd] Coldfront + Severe Storms - Bleiburg (KTN) - Fürstenfeld (STMK)

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18.07.2010 21:42
#1
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Hi@all

Der Tag des 17.07.2010 stand wie es von uns mittels Forecast angekündigt wurde im Zeichen einer markanten Kaltfront diese sich über ganz Österreich mit zahlreichen Unwettern behaupten sollte.


© Hans-Jürgen Pross - Forecast - Ausgegeben am 17.07.2010 um 07:40 Uhr - Gültig ab 10 Uhr bis 8 Uhr Früh Sonntag

Komplettes Forecast: Forecast - Samstag - 17.07.2010

Bei so einer Wetterlage herrscht natrürlich immer in unserem Verein Hochbetrieb. Spätestens nach dem fertigen Forecasttelefoniert man sich zusammen und plant Chasingpoints bzw. Chasingrouten. Auch am 17.07.2010 war dies klarerweise also wieder Fall. Nachdem die Kaltfront aber etwa 2-3 Stunden später als noch am Vortag gerechnet herrein kam, blieb wiederum aber noch etwas Zeit. Dennoch kam es dann doch wieder zu einer recht frühen eher unerwarteten starkenn Gewitterauslöse übern Wechselgebiet sowie im südwestlichen Bergland der Steiermark, von daher telefonierte ich mich gegen frühen Nachmittag kurz mit meiner Warnungsabteilungschefin "Claudia Babos" u60_boc-news.html zusammen und nach kurzem Gespräch rückte ich schlußendlich (eher zur Kontrolle, was da wohl genau abgehen mag) bereits aus. Ich musste mich entscheiden ob ich nun Richtung Südweststeiermark fahre (des war wo möglich die erste Superzellenentwicklung des Tages = jedoch ist diese Zelle eher orographisch bedingt entstanden und man wusste dass es dieses System nicht ins Flachland schaffen würde.) oder ins Wechselgebiet (erster Gewittercluster des Tages) Ich entschied mich fürs Wechselgebiet nachdem wir 1. dort auch kaum Spotter/Chaser derzeit noch haben, 2. ich noch nicht genau wusste ob ich in der Steiermark bleib oder Richtung nördliches Niederösterreich fahre und 3. auch weil dieses System im Zuge einer Konvergenzzone entstanden ist.(Garant für Neubildungen) Man könnte auch sagen eine 1. vorderseitge Staffel der Kaltfront. (diese ja noch weit entfernt war)




hier nun ein Radarloop worauf man auch diesen ersten Cluster, die Zelle in der Südweststeiermark sowie alles weitere sehr gut erkennen kann. Datenlieferant: Ubimet GmbH (siehe auch: http://wetterinfos.blogspot.com/2010/07/...am-1772010.html)

Auf der Raststation in Zöbern am Wechsel musste ich jedoch feststellen dass sich der Gewittercluster doch wieder etwas abschwächte, von daher gab es auch rein warntechnisch nichts zu melden. Also mal Laptop ausgepackt, mobiles Internet anwerfen und sich kurz die Lage mal genauer wieder ansehen. Dort sah man schön die verwellende Kaltfront diese gerade heftigst über Vorarlberg,Tirol, Salzburg und Teilen Oberösterreichs herrein kam und eben auch den schwächelnden Gewittercluster sowie die schon beinahe aufgelöste ehemalige Superzelle übern südweststeirischen Bergland. Soweit so gut.

Die Frage ob ich nun nach Niederösterreich zu "Fiby","Angelfury" und co. drive oder doch wieder nach Graz fahre, hat sich für mich aber sehr schnell wieder ereldigt nach dem Radarblick auf Zöbern (Wechsel) Nachdem der dortig schwächelnde Gewittercluster bereits einen sehr großen Wolekneisschirm bis nach Wien und weiter nördlich nach Niederösterreich anbaute (teilweise nieselte es sogar aus dem Eisschirm = energieabbauend) war doch einigermaßen klar dass es für die ganz heftigen Gewitter (gott sei dank) auch nicht ganz mehr reichen würde. (obwohl man sich auch wieder nicht sicher sein konnte wieviel dies nun ausmacht, daher blieb auch das LEVEL 3 aufrecht) Also entschied ich mich wieder ins trockene und wolkenfreie Graz mich zu begeben. Unterwegs berichtete ich Chasingkollegen wie "manuelw79" u40_manuelw.html, "Nova" u168_Nova.html und "Criep" u5_Criep.html von der derzeitigen Situation und schlußendlich versammelten wir uns mal am Grazer Flughafen gegen Abend.


Erste Gewittertürme waren in etwa weiter in der Ferne zu erkennen, sowie auch am Radar erkannte man sehr gute die ersten heftigeren Zellen im näheren Bereich. Im Radarbild markiert nun die vorrückende Kaltfront und der untere Warmluftsektor. In diesen Bereich gab es auch immer wieder (auch noch gegen Abend, wie man sieht) aufrgund lokaler vorderseitiger Kovergenzzonen (in Graz gabs eben wiederrum mal keine Konvergenz sowie Scherung, von daher war man als Chaser auf die Kaltfront angewiesen) zum teil heftige Wärmegewitter übern Bergland. "Criep" und ich entschieden uns dafür dieses Wärmegewitter (solange es noch chasingrelevant war, den eine Abschächung war wohl vorprogrammiert nachdem Wärmegewitter dazu neigen in scherungsärmere Gebiete schnell zu zerfallen) im NOCH Warmluftsektor mal zu chasen um uns dann voll auf die Kaltfront zu konzentrieren. Deswegen passte dieses Wärmegewitter recht gut weil man so an dieser Zelle nochwas zu sehen bekam und danach ohnehin die Kaltfront ihren Weg durchbahnte. Unserer Kollegen blieben am Flughafen und deckten dieses Gebiet auf etwaige Überraschungen ab. (man konnte nicht mit Sicherheit sagen dass sich nicht weitere Konvergenzen vorderseitig bilden, jedoch war die Chance eher gering)

Nun Eindrücke von der Fahrt von Graz Richtung Bleiburg:


bereits kurz nach Graz konnte man bedrohlicheres erkennen.


und ebenso nur wenige Kilometer weiter, sah man bereits sehr schön diese vorderseitige Entwicklung.


Nach dem Herzogbergtunnel sah das ganze bereits so aus...


zumeist waren es aber viele Wolkenblitze und nur hin und wieder zuckten ein paar Blitzerl durch die Wolken wie hier zu sehe. :)


....


etwa 20-30 Minuten später sah man am Radar bereits sehr schön Neubildungen (Oberkärnten) in der Westströmung der Kalftront sowie das erwartungsgemäße abschwächen bwz. auflösen der Zelle diese wir gerade vor uns hatten.


also mussten wir wieder schleunigst weiter. ^^ diese südliche Zelle in Kärnten übrigens dürfte mit deren Eisschirm auch der Hauptgrund gewesen sein weshalb sich die Gewitterlinie in Oberkärnten und der oberen Weststeiermark zum teil etwas schwer tat und Unterkärnten dadurch auch großteils verschont blieb von schweren Unwettern, ansonsten hätte es wohl südlich enorm dazugebaut.


mit Vollgas Richtung Steiermark machten wir kurz eine Pause am Packsattel bzw. bei der Herzogberg ASFINAG Station, von dort aus konnte ich dieses Bild knipsen. Leider war die Sicht wiederum durch viele Laternen sehr eingeschränkt. :(


dennoch konnte ich im Geblitze eine wahrscheinliche Wallcloud erkennen... oha wir mussten weiter, aber einmal noch rausbilchten ^^


und Volltreffer mit Zoom auf die Zellenbasis ein Blitz. :)


unser nächster Point war dann "Steinberg" diesen Chasingpoint habe ich am 15.07.2010 im Chasing gefunden und dieser stellte sich auch dieses mal wieder als sehr gutes Platzerl heraus. Zu sehen eine mächtige Zelle übern Packsattel mit Zugrichtung Nordosten (Modriach, Voitsberg) im Bild.


und ein Blitz nach dem anderen daraus...+ auch ein starker Aufwindbereich war hörbar nahe...


und auch sonst im Umkreis immer wieder Geblitze, zum Teil auch aus Zellenneubildungen.


die Mehrzahl bestand aber bei Wolkenblitzen diese man leider immer wieder schlecht ablichten kann.


doch die besagte Zelle nördlich von uns und auch bald schon nördlich über Graz, lies ein wahrhaftiges Feuerwerk ab.


traumhaft anzusehen und Kollege "Criep" machte da gleich mal sein "Chipspackerl" auf und lehnte sich zurück.


selten solch eine intensive Blitzaktivität erlebt.


einfach genießen ab nun: ^^


1...


2...


4...


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8...


9...

und nach einer Weile des staunens wieder schnell ins Auto (nachdem es sich sichtlich Richtung Graz verlagerte und die Südsteiermark wohl nun dran war) sowie einen Blick aufs Radar riskiert.


tatsächlich eine südliche Neubildung bei Graz (vermutlich durch einen ersten Schwall Kaltluft) unter der nördlichen Zelle diese wir die ganze Zeit im Auge hatten, also nichts wie Richtung Graz... (20km entfernt)

und wie es nun weiter geht, seht ihr alles in unserem Video dieses ich heute noch fertigschneiden werden. (sag nur eins wir chasten noch lange weiter - Graz Ost, Gleisdorf, Sinabelkirchen, Großwilfersdorf, Fürstenfeld und wieder retour, dazwischen gabs starke Sturmböen, Hagel 2-3cm, sinntflutartigem Regen (60 Liter/m2 innerhalb einer Stunde bei Gleisdorf) sowie heftigste Naheinschläge diese "Criep" und mir oftmals die Sprache verschlugen.)
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zur Übersicht noch eine Map unserer Chasingpoints:



und so gings wie gesagt weiter...bitte nicht ängstlich werden vor allem in den letzten 2 Minuten bei PART1



so und nun auch PART2 (darauf zu sehen der Rückweg nach Graz sowie die 2.Durchfahrt des Gewittersystems, nachdem wir ja bei Fürstenfeld sogar nochmal vorderseitig rauskamen)


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18.07.2010 23:13
avatar  Tho:mas
#2
Th

geniale bilder!!!


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18.07.2010 23:27
#3
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Danke dir! Leider hab ich nicht immer die beste Einstellung gewählt, daher bisschen verrauschte Bilder.

dafür gibts aber noch ein Video in HD ;)
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19.07.2010 08:35
#4
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super bilder hansi! danke


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19.07.2010 09:17
avatar  Michael
#5
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Schöne Blitzfotos Hansi !
Freu mich schon auf die Videos !


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19.07.2010 09:24
avatar  isak
#6
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Da kennt man den Meister heraus! - DANKE!


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19.07.2010 10:29
avatar  Klein
#7
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danke


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19.07.2010 10:43
#8
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Danke@all hab nun auch noch eine Chasingpointmap unten hinzugefügt. VIDEO wie gesagt folgt. :)
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19.07.2010 13:01
avatar  Ronny
#9
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sehr feine Fotos :)


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19.07.2010 21:11
#10
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Sodale PART 1 eines wirklich langen Chasingstrips folgt heute um etwa 23:30. (Uploadvorgang 1,1 GB)

diese Videos sind vor allem für jene Personen interessant, diese sich recht wenig noch unter einen Gewitterzellkern vorstellen können. Oftmals wird man ja doch nur gestreift mit Regen und etwas Wind. Doch in den folgenden 2 Videos ist nun gut zu erkennen wie Blitze (als wir im Kern waren) wirklich im Sekundentakt beinahe am Auto einschlugen. Es wäre absolut lebensgefährlich gewesen an solch einem Punkt aus dem Auto zu steigen. Bitte zu Herzen nehmen, wir dokumentieren deswegen auch alles recht genau damit in Zukunft der Leichtsinn bei einigen wenigen eventuell ein Ende findet. (im Prinzip ist es aber auch verständlich weil teilweise kaum auf die Gefahren hingewiesen wurde, bisher.) Wir wissen wie man sich verhaltet bei einem Gewitter dies einem mit dem Kern trifft. Doch wissen es auch alle Leser?

PART 2 gibt es bis morgen Früh.
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19.07.2010 21:33
avatar  isak
#11
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@ Hansi > Euch hat der Faradayscher Käfig im Auto geschützt...

Faradayscher Käfig
Der Faradaysche Käfig (nach dem englischen Physiker und Chemiker Michael Faraday,
1791 – 1867) ist die Bezeichnung für einen auf allen Seiten geschlossenen Raum aus
leitfähigem Material. Niederfrequente elektrische Felder, wie sie auch von Blitzen
verursacht werden, werden am Faradayschen Käfig abgeleitet und können nicht eindringen.
Hochfrequente elektromagnetische Wellen werden jedoch nicht vollständig
abgeschirmt. Deshalb ist es möglich, im Auto ohne Außenantenne mit
dem Handy zu telefonieren oder Radio zu hören.

P.S.:
Ein offenes Cabrio ist im Gewitter lebensgefährlich und
hat keinen Faradayscher Käfig Effekt. (Offenes Verdeck)


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19.07.2010 21:47
avatar  o0ink
#12
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Super Beitrag, danke! ;)

@isak: Heute Galileo gschaud bezüglich des Cabrio? ;D


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19.07.2010 21:50
avatar  isak
#13
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@ o0ink > Nein, bin vom Elektro Sektor ;)


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19.07.2010 21:56
avatar  o0ink
#14
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Aso, da wurde heute nämlich genau das getestet und was herauskam war:

Geschlossenes Cabrio (auch mit Stoffdach)= Mensch lebt
Offenes Cabrio= Mensch is hinig (tot)


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19.07.2010 23:39
#15
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@isak: Faradayscher Käfig, hehe...



das Video hängt leider noch immer... HD braucht eben Zeit.
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