16.05.-31.05.2016 - [BEST OF] - Chasingreise - Superzellen - Tornados @ mittlerer Westen, Tornado Alley (USA)

16.05.-31.05.2016 - [BEST OF] - Chasingreise - Superzellen - Tornados @ mittlerer Westen, Tornado Alley (USA)

27.01.2017 18:22
avatar  Rocky
#1
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Hallo Leute,

Spät aber doch will ich euch noch einen Bericht über die Reise in die Tornadoalley letztes Jahr zusammenstellen. Los ging es am 14.5. mit ein paar Problemchen mit dem Flugzeug von Wien nach Dallas. Der andere Teil des Chasingteams mit zwei deutschen Kollegen und Alex war bereits seit zwei Wochen in der Alley unterwegs. Am 15.5. trafen wir uns dann in Lubbock in Texas. Am Abend wurden noch die die Wettermodelle studiert damit wir am nächsten Tag ordentlich loslegen konnten.

Am 16.5. ging es dann zur ersten Lage an die nördliche texanische Grenze


Erst waren wir etwas weiter an der Zelle drann, es begann aber zu hageln, darum mussten wir wieder etwas weiter weg. Aber immerhin konnten wir dann aus der Ferne den ersten Tornado des Tages beobachten



Die Zelle zog dann in einen Bereich wo es leider für ca. 25km keine Ost-West Strasse mehr gab um an die Zelle ranzukommen, darum ging es 30km Richtung Süden zu einer Neubildung. Aus der Ferne konnten wir schon einen ersten Funnel und Absenkungen beobachten, wir platzierten uns und warteten ab. Leider begann die Zelle leider mit dem Sterbeprozess und begann sich auszuregnen/hageln.











Wir fuhren dann etwas weiter nach Südwesten um nicht in de Niederschlag zu kommen, hier war dann immer noch reichlich Energie vorhanden. Im Nordwesten starb die letzte Zelle, im Osten gab es immer noch gewaltige Quellungen die aber nicht so richtig in Fahrt kamen und im Südwesten von uns gab es dann erneut eine Neubildung die wie aus dem Bilderbuch sein konnte.

Quellungen im Osten


LP Neubildung im Südwesten mit Wallcloud, Inflow Tail, einem verdrehten Aufwindturm und einem riesigen Eisschirm


An dieser Zelle blieben wir drann, die Wallcloud teilte sich jedoch, ein Teil starb, der andere Teil wurde zur Shelfcloud und zog Richtung Süden nach Amarillo




Die Shelf vor den Toren von Amarillo


Danach gab es erstmal ein paar Tage Flaute bei 13°C und Regenwetter

Am 21.5. ging es weiter ins westliche Kansas. Es popten einige Quellwolken und Zellen auf, manche wollten einfach nicht so richtig werden. Auch die an welche wir uns geheftet hatten brauchte ca. 1,5 Stunden bis aus einer langweiligen Quellung mal etwas Struktur wurde und ein vernünftiger Aufwindbereich sichtbar wurde.


Die Zelle war sehr langsam unterwegs, darum ging es mal unten durch 20km weiter an die östliche Seite. Die Zelle hatte ordentlichen Inflow und langsam aber sicher begann sie eine Wallcloud zu bilden.




Die Wallcloud rotierte sichtlich, auch am Radar wurden schon längst Rotationszentren angezeigt, bis sich ein Bereich immer weiter absenkte, ein Tornado war kurzzeitig einige Kilometer nördlich von Leoti am Boden.







Es ging wieder ein paar Kilometer nach Norden richtung Zelle um die weitere Entwicklung abzuwarten.




Die Superzelle begann sich wieder stärker zu organisieren darum ging es fast direkt unter die Wallcloud, am Radar wurden drei Rotationszentren angezeigt und wir waren bei weitem nicht alleine.



Vor uns war Weltuntergang durch Starkregen und Hagel mit ein paar zentimetern Grösse, über unseren Köpfen rotierte es gewaltig so das wir wieder aus dem Gefahrenbereich fuhren. Ausserdem mussten wir gut eine Stunde ins Hotel in die nächst grössere Stadt Garden City fahren, also war das Chasing für uns quasi beendet.


Ca. zehn Kilometer ausserhalb der Superzelle, ein Blick in denRückspiegel …




Am 22.5. ging es wieder drei Stunden nach Süden ins nördliche Texas, hier hatten wir leider wieder einen Flop, die Werte stimmten, aber es wollte einfach keine vernünftige Zelle aufschiessen. 1,5 Stunden östlich von uns gab es eine Zelle in Sichtweite welche auch einen Tornado produzierte und auch in Garden City wo wir an dem morgen weggefahren sind gab es einen ordentliche Wedge Tornado, dort hat leider niemand so richtig damit gerechnet da es nicht im Haupfgefährdungsgebiet war. Manchmal hat man leider Pech.
Immerhin gab es am Abend noch Ausläufer einer Zelle zu sehen die wieder Hagel brachten.


23.5. neuer Tag neues Glück, wir fuhren ca. 3 Stunden richtung Osten nach Woodward in Oklahoma dort gab es an dem Tag vorerst die besten Werte (ca. 30°C ordentlich Luftfeuchte und Taupunkt um die 24° soweit ich jetzt noch weiss) und auch die Dryline lag ca. in diesem Bereich. Sehr zögerlich begannen erste Quellungen aufzuschiessen. Eine Zelle knapp westlich von Woodward blieb hartnäckig, hatte schon einen knapp 20km langen Eisschirm richtung Osten aus dem es herausregnete. Nach ca. 2,5 Stunden fast stationärem Wachstums war die Zelle ca. 6km weitergezogen und stand nun nördlich von Woodward, der Inflow wurde immer stärker und der Aufwindbereich immer massiver, Rotation war schon Sichtbar.

Geburtsstunde




Heftiger Inflow aus Ost


Es dauerte nicht lange bis die Tornadosirenen heulten, eine weile darauf der erste Tornado




Insgesamt gab es mindestens acht sichtbare Touchdowns


Am nächsten Tag ging es vom Chasergeplagten Woodward richtung norden nach Kansas. Kein schlechtes Zeichen wenn man den Dominator und Radartrucks trifft




Nahe Minneola gab es wieder erste Quellungen von denen sich eine Durchsetzte und immer organisierter wurde, eine Saugzone wurde Sichtbar, es rotierte an mehreren Stellen gleichzeitig, gab Funnels ohne Ende, man wollte schon fast Wetten an welcher der drei Stellen sich der erste Tornado ausbildet.








Es ging dann für knapp 10km weiter richtung norden, zwischen Minneola und Dodge City. Zwischenzeitlich war der vorhin aufgelöste Tornado längst wieder am Boden und um einiges massiver






Zeitweise waren drei Tornados zeitgleich am Boden, der grösste war F3 und knapp 10 Kilometer von uns entfernt, die kleineren F1 und F0




Beim Aussteigen aus dem Auto rutschte Alex quasi auf einem Hagelkorn in der Wiese aus


Langsam aber sicher wurde uns auch unwohl, die Superzelle zog fast direkt auf die Stadt Dodge City zu, es war reichlich Polizei und Feuerwehr unterwegs und wartete ausserhalb der Stadt ab. Und auch Chaser waren leider mehr als genug auf der Strasse.


Der F3 Tornado zog dann zum Glück einen Kilometer westlich der Stadt vorbei und zerstörte nur wenige Gebäude ohne menschliche Schäden. In der Stadt herrschte trotzdem Ausnahmezustand und der Strom weg


Mit den Mudroads sollte man sich nicht spielen nach Starkregen


Das krasse war, direkt im selben Pfad wo bereits die Superzelle zog entstand wieder eine neue Zelle und zog erneut mit Starkregen und Hagel auf die Stadt zu. Die erste Zelle war nichtmehr vernünftig erreichbar und uns blieb nicht viel übrig als bei einer Tankstelle Unterschlupf vor der zweiten Zelle zu suchen. Wir hofften das nicht hier auch im Niederschlag ein Tornado versteckt ist.

Danach war der Himmel voll mit Mammaten




In unserem Hotel trafen wir noch andere Chaser aus Deutschland und auch Österreich, und auch weitere „Prominenz aus“ Kanada


Am nächsten Tag östlich von Wichita in Kansas, wir haben leider wieder auf die falsche Zelle gesetzt und konnten zusehen wie ihr die Luft ausging. Es sah anfangs so vielversprechend aus. Nördlich sahen wir eine riesen Zelle mit Overshootingtop, wir dachten aber es lohnt sich nichtmehr noch 1,5 Stunden nach norden zu fahren, ….. so verpassten wir dort den 90 Minute Wedgetornado von Chapman


Am nächsten Tag nahe Greensburg in Kansas gab es dann auch nur kleinere Zellen mit Shelf, kurzzeitigem 3cm Hagel und einer nächtlichen Blitzshow. Aber Greensburg hat von Tornados ohnehin schon genug … (Stichwort 2007)




Tags darauf ging es nach Süden an die Grenze von Kansas zu Oklahoma. Dort gab es dann auch erst eine vielversprechende Zelle, es wurden dann im Endeffekt aber doch „nur“ drei Shelfclouds an dem Tag






Danach war wieder ein Tag Pause, am 29.5. ging es wieder richtung Westen nach Texas wo wir drei Mesozyklonen erwischen konnten die sich jeweils gegenseitig die Energie raubten, während die eine starb entstand südlich davon wieder eine neue.






Am 31.5. waren wir wieder im Raum Lubbock unterwegs und konnten auf dem Weg in den Süden richtung Lamesa zwei heftige Zellen ablichten. Die erste hatte extremen Starkregen im Gepäck, hier mussten wir einmal durch die Zelle und hatten sogar bei 40-50kmh Aquaplaning. Die zweite Zelle zog über sehr trockenes Gebiet und produzierte durch den Abwind quasi einen Sandsturm durch den wir ebenfalls einmal durch mussten, Sichtweite war gleich null.






Zeitweise wurde es schon richtig spannend in der Saugzone




Man beachte den Inflow am Boden


Zum Sonnenuntergang regnete sich die Zelle aus und wir mussten wieder eine weite Reise in die nächste Stadt ins Hotel antreten.


Die letzten paar Tage war es Wettertechnisch nicht mehr sehr spannend, darum gab es nur noch etwas Sightseeing in Dallas

In wenigen Wochen ist es dann wieder so weit und es geht wieder über den grossen Teich .


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27.01.2017 22:41
avatar  Marco
#2
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Einfach geil...

Vielen Dank für die vielen Bilder!

Das einzige was mich an der Tornado Alley stört, sind die vielen Chaser. Da genießen Chaser in Österreich schon einen Luxus, wenn man bomben Zellen als einziger weit und breit erleben kann. Wird in Amerika wohl kaum möglich sein...


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28.01.2017 16:36
avatar  Lukas
#3
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Ein genialer Bericht Klaus!

Da steigt schon die Vorfreude darauf, obwohls noch 3 Monate sind bis zum Abflug. Aber heuer werden wir die Tornado Ally so richtig rocken


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29.01.2017 21:56
#4
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Top Bericht Kollege war geile Zeit mit dir schade das ich heuer nicht kann aber bald wieder. Lg alex


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02.02.2017 22:13
#5
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Wow! Da staun ich nicht schlecht!

Sehr genialer Bericht und zahlreiche echt faszinierende Fotos dabei!
Manche geben den Eindruck als wäre man grad selbst mittendrin!

TOP!


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