01.10.-20.01.2012 - Extreme Trockenheit 2011 (Q4) + Fortsetzung & Mildwinter

01.10.-20.01.2012 - Extreme Trockenheit 2011 (Q4) + Fortsetzung & Mildwinter

18.01.2012 19:22
#1
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Hallo@all

Ein kleine aber sehr angebrachte Studie (wie ich finde) von meiner Seite nun...

Extreme Trockenheit 2011 (Herbst)



ÖSTERREICH - FAKTEN



Quelle: ORF - Schneefreie Eisfläche auf dem Obersten Pasterzenboden vom 7.9.2011

In weiten Teilen Mittel- & auch Nordeuropas war der Herbst 2011 so trocken wie schon lange nicht mehr. So ging zb. der November in Österreich als trockenster November aller Zeiten ein. Es gab kaum Schnee auf den Bergen, (selbst der alte Minimumrekord von St. Anton am Arlberg im November 2003 mit nur 1 cm Schnee wurde unterboten. Zwischen dem 19.10.2011 & 30.11.2011 gab es dort unfassbar wenige 0,7 Millimeter an Niederschlag.) sowie im Flachland behielten die Bäume vielerorts ihre Blätter & in Parks blühten zb. Rosen bis weit in den Dezember hinein. In vielen Regionen Österreichs aber auch in unseren Nachbarländern wie Italien, Slowenien, Schweiz & Deutschland gab es von Mitte Oktober bis Ende November zwischen 20 & 40 Tagen keinen Niederschlag. (besonders betroffen war dabei der Westen Österreichs & Deutschland) Dies schlug alle Rekorde & auch im Flachland waren die Auswirkungen enorm. So sind zb. entlang der Donau des öfteren Schubschiffe auf Grund gelaufen (zb. bei Melk Ende November) aufgrund des niedrigen Wasserstandes.

...aber besonders unsere Nachbaren in Deutschland waren von dieser Trockenheit noch schlimmer betroffen:

DEUTSCHLAND - RHEIN (Fluss)






DEUTSCHLAND - EDERSEE



...mehr als beeindruckend auch was sich am Edersee in Deutschland abspielt, durch die extreme Trockenheit (schon im ganzen Jahr 2011 über)

Bereits im Frühsommer 2011 war der Wasserstand des Edersee für die Sommerzeit bzw. für die Ferienzeit viel zu niedrig. Der Edersee ist kein natürlicher See, sondern ein Stausee, der vor dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. Hierzu wurde zwischen den Orten Waldeck und Hemfurth eine Staumauer von 400 Metern Länge und 50 Metern Höhe quer zum Edertal errichtet, um das zulaufende Wasser der Eder im Gebiet von Herzhausen bis Waldeck aufzustauen. Seinerzeit mußten für den Bau des Edertalstausee Dörfer, Gutshöfe und Industrieanlagen evakuiert werden, da diese künftig am Grund des Stausee liegen. Das Besondere am Edersee bei diesem extremen Niedrigwasser ist nun, dass man die Überreste von Dörfern, Grundmauern, alte Straßen sowie Brücken sehen kann.

Habe dazu auch einige dramatische Zeilen + Bilder aus einem Forum vom 01.12.2011 gefunden:

Zitat
Hallo, 100 Jahre alt wird er nächstes Jahr und so dramatisch wie noch nie ist die Leerstandssituation des Edersees. Das der See schon des öfteren einmal auf Mindestreserve gehalten wurde, ist nichts Neues. Neu ist aber, das der Zulauf durch den Fluss Eder langsam aber sicher versiegt. Hält die Trockenheit an, wird der See im Frühjahr fast leer sein und das ist völlig neu. Das 100-jährige Fest für das sogenannte Blaue Auge Nordhessens wird dann zu einer Schlammschlacht. Schon jetzt beginnt das Fischsterben, der Tourismus muss erhebliche Rückschläge hinnehmen und die Bürgermeister rund um den See prüfen Klagen bei der Europäischen Union bzgl. Wasserhaushaltsmissmanagement der Schifffahrtsämter. Der Edersee ist bekanntlich ein Staumauersee, trotzdem aber eine Wasserschifffahrtsstraße. Der See speist die Weser, um die Schifffahrt dort zu gewährleisten. Selten tauchten in der Vergangenheit soviel Relikte alter Besiedlungen auf dem Grunde des Sees auf: Der Friedhof bei Waldeck-West und Bringhausen. Die Ruinen von Berich und Bringhausen. Die Reste der Bericher-Hütte. Die Tourismusorganisationen nennen es das Edersee-Atlantis, was jedoch völlig überzogen ist.













Quelle: (Bericht+Fotos) http://www.wohnmobilforum.de

Trockenheit Fortsetzung & Mildwinter 2011/2012 (Schwerpunkt: Alpensüdseite)



ÖSTERREICH - FAKTEN


Zitat
Nie war es in den Bergen wärmer - Extrem warm, trocken und sonnenreich: So fassen der österreichische und Schweizer Wetterdienst das Jahr 2011 zusammen. Im Bergland war es seit Messbeginn 1851 nie wärmer als heuer. Zu warm war es in ganz Österreich - im Schnitt um 1,2 Grad. Herausragend waren allerdings die Mitteltemperaturen auf den Bergen. Ein Plus von 1,6 Grad wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht registriert.



Kompletter Bericht unter: http://oesterreich.orf.at/stories/2515055/

ÖSTERREICH - KÄRNTEN



Zitat
Das Wetter 2011 - ein markantes Jahr - Wettermäßig war 2011 ein Rekordjahr in mehrerlei Hinsicht. Es gab keine markanten Unwetter, aber andauernde Wetterbesonderheiten: es war zu warm und zu trocken. In Klagenfurt war es im Jahresdurchschnitt deutlich zu warm, auch wenn wir den Sommer gar nicht so heiß in Erinnerung haben. Paul Rainer, Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Klagenfurt: „Es war mit 9,5 Grad eins der wärmsten Jahre, das wir hatten, seit es Messungen gibt, nämlich das fünft wärmste Jahr in Klagenfurt. Interessant ist auch die Häufung in den letzten zehn Jahren, da hatten wir einen Rekordwert nach dem anderen.“



Kompletter Bericht unter: http://kaernten.orf.at/radio/stories/2514998/

ÖSTERREICH - STEIERMARK



Zitat
Grundwasserstände auf Tiefststand - Das Jahr 2011 - und da vor allem die zweite Hälfte - war in der Steiermark viel zu trocken. Dadurch sind derzeit die Grundwasserpegel in manchen Gegenden auf einem historischen Tiefstand. Die Zahlen von Barbara Strommberger vom hydrografischen Dienst des Landes sprechen eine deutliche Sprache: „Ende 2011 sind wir in allen Grundwassergebieten unter den langjährigen Durchschnittswerten und in manchen Bereichen - etwa dem Mürztal - sogar unter den bisher niedrigsten Grundwasserständen.“



Kompletter Bericht unter: http://steiermark.orf.at/news/stories/2515478/

18.01.2012 - 12 UTC - SCHNEELAGE


Bildquelle: EURAC Research - Sehen wir uns die aktuelle Lage für den Süden & Osten Österreichs mal genauer an. Anhand dieser aktuellen EURAC Research Aufnahme kann man im Grunde fast auf einem Blick unseren milden & zum teil sehr trocknen Winter 2011/2012 erkennnen. Es gibt kaum Schneedecken im Flachland & selbst auf den Bergen Oberkärntens & der Obersteiermark liegt nicht gerade viel vom schönem "weiß". Lediglich kurzfristige & sehr dünne Schneedecken gab es zb. des öfteren auf der Linie Linz-St.Pölten, oder aktuell auch zum ersten mal im Wiener Raum. (17.01.-18.01.2012) Nachdem der Atlantik aber auch weiterhin nicht zur Ruhe kommt sind nennenswerte Schneedecken bzw. Schneefälle im Flachland weiterhin sehr unwahrscheinlich. Ergo das milde & vor allem nach Süden & Osten sehr trockene Wetter wird weitergehen.


Bildquelle: EURAC Research - Wo es in der Obersteiermark im Dezember dann endlich zumindest im Bergland die nötigen Niederschläge in Form von Schnee für diverse Skigebiete gab, war dies in Kärnten ganz anders. Denn dort musste man wesentlich länger auch in höheren Lagen auf Schneefall & kältere Temperaturen warten, sodass viele Skigebiete schon mehr als frustriert waren. (im Grunde ist Kärnten ja auch für sehr sichere Schneelagen bekannt) Schlußendlich ging es sich gerade noch so aus, wie man auch sehr gut in der Nahaufnahme erkennen kann. In Oberkärnten (dort wo die meisten Skigebiet sind) hat es eben dann nach Weihnachten 2011 & im neuen Jahr 2012 endlich genug Neuschnee gegeben, sodass die Skisaison verbreitet noch gerettet wurde. Wie knapp es aber ist, sieht man wenn wir einen Blick auf die Karawanken werfen, denn dort liegt nicht mal auf Berggipfeln viel Schnee herum. Sehr bedenklich für bald schon Ende Jänner!


Bildquelle: EURAC Research - Weiterhin sehr schlimm sieht die Lage für einige Skigebiete Südtirols aus. Zumeist hat es oft bis weit hinauf geregnet oder es blieb generell beim trockenen Wetter. Zwar gab es auch immer wieder kältere Phasen & etwas Schnee bis weiter herunter in diesen Zonen Mitteleuropas, doch generell sind wir weit entfernt von einem normalen Winter. Viel zu trocken & durchschnittlich zu warm.

Auch in naher Zukunft ist kein Ende der Trockenheit im Süden & Osten in Sicht. Besonders zwischen Kärnten, der Südsteiermark & dem mittleren Burgenland würde man Schnee oder Regen langsam aber sicher dringend mal wieder benötigen. Es geht also schon lange nicht mehr um das Thema "Wann kommt endlich der Schnee"!

19.01.2012 - UPDATE - ÖSTERREICH

ÖSTERREICH - KÄRNTEN



Zitat
Wassermangel durch trockenen Winter - Durch den bisher trockenen Winter gibt es erste Probleme mit der Wasserversorgung. In Wolfsberg und Völkermarkt muss die Feuerwehr Höfe mit Wasser versorgen. Vereinzelt kam es auch zu Bränden, die Gefahr von Waldbränden könnte steigen. Noch hat es wegen der Trockenheit keine nennenswerten Brandeinsätze bei den Kärntner Feuerwehren gegeben. Die Landesalarm- und Warnzentrale verzeichnete vereinzelt Böschungsbränden entlang von Bahntrassen. Größere Waldbrände sind bisher ausgeblieben. Noch spricht die Feuerwehr von keiner großen Gefahr, sollte es in nächster Zeit aber keinen Niederschlag geben, könnte vor allem die Gefahr von Waldbränden steigen.



Kompletter Bericht unter: http://kaernten.orf.at/news/stories/2517642/

ÖSTERREICH - STEIERMARK



Zitat
Wassermangel durch trockenen Winter droht - Im Süden der Steiermark ist der Winter bisher ausgeblieben. Es gibt keinen Schnee und wie schon im Herbst wenig bis gar keinen Regen. Für den Grundwasserpegel sind das keine guten Vorzeichen. Ein Wassermangel droht. Der Regen macht sich in der Südsteiermark derzeit rar. Die Schneefallgrenze in der Steiermark lag im heurigen Winter in der Mur-Mürz-Furche. Südlich dieser Grenze hat es mit wenigen Ausnahmen keinen Schnee gegeben. Völlig anders die Situation im Norden, der sich über mangelnde, weiße Pracht nicht beschweren kann. Abseits von wintersportlichen Freuden, die den südlich beheimateten Steirern heuer durch die Lappen gehen, droht ein ernstes Grundwasserproblem, falls es in absehbarer Zeit nicht ausreichend Niederschlag gibt.



Kompletter Bericht: http://steiermark.orf.at/news/stories/2517688/

20.01.2012 - UPDATE - SLOWENIEN


Die Alpensüdseite galt in früheren Jahren immer als sehr schneesicher, wie man auch sehr gut an einem aktuellen Beispiel aus Radvanje auf 336m (Talstation) in Slowenien erkennen kann. Also selbst auf 300-600m über dem Meeresspiegel stand einer guten Skisaison kaum etwas im Weg. Es ist wirklich fraglich wie es in diesen Zonen weitergehen wird. Diese Saison ist mal ausgefallen!

Fortsetzung folgt!

PS: In etwas mehr als 5 Wochen ist meteorologischer Frühlingsbeginn
PPS: Eine Studie über die heftigen Niederschläge ab Mitte Dezember nach Westen & co. folgt in nächster Zeit.


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19.01.2012 21:07
avatar  Wange
#2
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19.01.2012 22:17
#3
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Danke dir Gerald, hab nun diesen Bericht auch gleich oben eingebunden!


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20.01.2012 15:15
#4
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19.01.2012 - UPDATE - ÖSTERREICH

20.01.2012 - UPDATE - SLOWENIEN


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