05.07.2017 - HP-Superzelle @ Kemeten (BGLD) + Klassische Superzelle @ Kaindorf (STMK)

16.07.2017 16:17
#1
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Zur Lage:

Ein ausgeprägtes Tief über der iberischen Halbinsel hat warm-feuchte Mittelmeerluft in den Alpenraum geschaufelt. Eine schwache Kaltfront hat den Nord-Osten gestreift, zudem ist eine nord-westliche Höhenströmung übers ganze Land gelegen.

Zitat
Bis zu 2000 J/kg CAPE im Südosten am Nachmittag
Ca. 1000 J/kg CAPE im Norden am Abend
0-6km Bulk Shear 13-20 m/s
Konvergenzen von Oberkärnten, über den Wechsel bis ins Nordburgenland



Team:

Marco K. @Marco
Daniel E. @Daniel E.

Dauer: 11 Std.
Strecke: 500 km

Der erste Weg brachte uns von Bad Vöslau über einen Tankstopp in Aspang am Wechsel nach Pinkafeld (Bez. OW). Bei der Pause erkannten wir, dass sich im Raum Mönichkirchen entlang der Konvergenz eine Gewitterzelle schnell entwickelte und sich weiter intensivierte.

Gleich nach der A2 Ausfahrt Pinkafeld suchten wir uns einen Aussichtspunkt und hatten gleich diesen wunderbaren Ausblick auf den bereits schön entwickelten Aufwindbereich




Wir fuhren weiter durch den Ort um uns weiter östlich einen höheren Aussichtspunkt zu suchen. Hier hatte sich schon ein stark ausgeprägter Niederschlagsbereich gebildet, es sah deutlich nach Downburst aus! An dieser Stelle bekamen wir auch schon kleinkörnigen, trockenen Hagel ab (man beachte die weißen Striche am Foto) und waren beeilt schnell wieder einen neuen Spot zu finden.


Der weitere Weg brachte uns nach Riedlingsdorf, stark abgegrenzter Niederschlag, typisch für eine Superzelle




Die SZ scherte plötzlich nach rechts aus und zog somit eher südlich weiter, knapp am Niederschlagsbereich fuhren wir über Oberwart nach Hartberg. Gleich nach der A2 Abfahrt Hartberg waren wir sehr nahe dran!


Die Wallcloud war nahezu verschwunden, bildete allerdings diese interessante U-Form aus


....nahmen uns trotzdem kurz Zeit für einen Rundumblick



Wir nahmen weiter den Weg Richtung Süden, nach Bad Waltersdorf, die Zelle entschied sich jedoch wieder für einen östlicheren Kurs, so gewannen wir zwar etwas Abstand, hatten sie jedoch nicht mehr so gut im Blickfeld, wir waren nun eher seitlich dran. Nun bei Leitersdorf




...und Burgau


In Kemeten (BGLD) war die höchste Radar-Reflektivität zu beobachten. Da die Zelle nun zu schwächeln begann, schauten wir in diese Ortschaft, wo die Zelle schon abgezogen war um etwaige Schäden zu finden. Der Ort wurde ordentlich mitgenommen, die Leute waren gerade dabei mit Schneeschaufeln den Hagel zu beseitigen, Feuerwehr war im Einsatz. Die größeren Hagelkörner hatte so um die 3cm Durchmesser (etwas größer als eine 2€-Münze)













Von da aus sahen wir auch schon deutlich einen neuen Aufwindbereich, die Zelle war jedoch sofort dem Tode geweiht, da sie sich auf die gleiche Zugbahn der soeben durchgezogenen HP-SZ begab.



Nun zu Runde 2, diese führte uns wieder zurück in die Steiermark, in Richtung Kaindorf wo schon die nächste SZ mit sehr tiefer Walcloud auf uns wartete







Bis Pischelsdorf ging dieser SZ allerdings ziemlich die Puste aus (obwohl ausreichend CAPE zur Verfügung gewesen wäre)



Wir hofften drauf, dass sie sich Richtung Gleisdorf noch mal verstärken würde, und konnten dann bei Ilz auf der Autobahn diese Strukturen noch festhalten.


Zwischenzeitlich haben wir am Radar bemerkt, dass die nördliche Partie losgeht und fuhren auf der A2 gleich durch nach Niederösterreich. Wir durften rückseitig den imposanten Wolkenturm einer Superzelle beobachten, welche sich gerade von Mistelbach Richtung Bratislava schob, für uns leider schon unerreichbar.


....und das Radar-Bild dazu


....und die Blitz-Intensität


In Bad Vöslau war dann mal Pause mit Pizza für uns, bis wir nach Sonnenuntergang von einer Anhöhe bei Kottingbrunn aus die vorbeiziehenden Multizellen über dem Wald- & Weinviertel, sowie über CZ/SK beobachten konnten. Die fotografischen Erfolge hielten sich hier in Grenzen, da die Sicht in Richtung Tschechischer Grenze etwas vertrübt war.

Illuminierter Wolkenturm einer Gewitterzelle im nördlichen Waldviertel


Spät abends hatten wir noch den Riecher an Wien vorbei zu fahren und konnten außerhalb von Stockerau noch dieses Blitzschauspiel unserer "Privatzelle" bestaunen









War intensiv, aber nur ein kurzes Spektakel, da sie vor Wien noch verebbte.


Ein langes, aber ausgesprochen tolles und erfolgreiches Chasing. Folgend noch zusätzliche Informationen zum Chasing:

RADAR-LOOP (Süd-Osten):


Chasing-Route SZ1:


Chasing-Route SZ2:


Abend-Route:

Ich hoffe der Bericht gefällt euch so! Von uns beiden kommt die Tage garantiert noch mehr ;-) ....auch über unser erstes Tornado-Erlebnis bei Schwechat am 10.07.2017 wird bald berichtet

Radar-Quelle: MORECAST
Blitz-Quelle: blitzortung.org


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16.07.2017 22:02
avatar  Lukas
#2
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Da wart ihr die letzten Wochen im Osten überall vorne dabei. Gratuliere


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