Wahnsinn - gerade Live auf N24 von einem Korrespodenten Sirenen und Nachbebenbericht
Quelle ORF:
Erste Berichte über Todesopfer
Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,9 hat Freitagfrüh MEZ den Nordosten Japans erschüttert. Nur kurze Zeit später überrollte eine zehn Meter hohe Tsunami-Welle die Hafenstadt Sendai. Die Flutwelle riss an der Küste alles mit sich fort - Autos, Boote, Häuser, Bauernhöfe und Felder.
Nach Angaben des Radiosenders NHK kamen bei dem Erdbeben mindestens fünf Menschen ums Leben. Es gebe viele Verletzte, zahlreiche Häuser seien eingestürzt. Mehrere Menschen wurden im Norden des Landes durch Erdrutsche verschüttet, so NHK. Außerdem gab es erste Berichte, wonach mehrere Kinder ins Meer gespült wurden. Zahlreiche Gebäude standen in Brand. Auch die Küste der südlich von der Stadt Sendai gelegenen Präfektur Fukushima wurde nach Meldungen der Nachrichtenagentur Kyodo von einem sieben Meter hoher Tsunami überflutet.
GeoatlasRiesen-Tsunami vor dem Hafen Sendai
Das Erdbeben ereignete sich gegen 14.45 Uhr Ortszeit (6.45 Uhr MEZ). Das Epizentrum des Bebens lag vor der Küste des Landes. Die Meteorologen sprachen erst von einem Beben der Stärke 7,9, stuften diesen Wert jedoch Freitagfrüh auf 8,9 hoch. Die japanischen Behörden gaben die Stärke des Bebens mit 8,4 an.
Millionen ohne Strom
Es kam zu mehreren starken Nachbeben, die auch die Häuser in der rund 400 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio heftig wanken ließen. Millionen Menschen waren ohne Strom, nachdem die Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. Die Nahverkehrszüge sowie die U-Bahn in Tokio stellten den Betrieb ein, auch der Tokioter Flughafen Narita sei geschlossen worden, meldete Kyodo.
Die Behörden riefen die Menschen an der Küste auf, sich in höher gelegene Gebiete oder in ihren Häusern in die oberen Stockwerke zu begeben. Es drohten weitere Tsunamis. Auch könne es weitere starke Nachbeben geben.
Die westjapanische Präfektur Wakayama fordere rund 20.000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Region war erst am Mittwoch von einem Erdbeben der Stärke 7,3 getroffen worden. Das Beben war allerdings glimpflich verlaufen.
Krisensitzung der Regierung
Ministerpräsident Naoto Kan ordnete unterdessen an, dass das Militär die größtmöglichen Anstrengungen unternimmt, um auf das Beben zu reagieren, meldete Jiji. In Tokio kam das Kabinett zu einer Krisensitzung zusammen, wie Kyodo berichtete. Das Verteidigungsministerium ordnete demnach den Start von acht Kampfflugzeugen an. Die Piloten sollen einen ersten Überblick zu den Schäden erstellen. Die Regierung habe ein Krisenzentrum unter seiner Führung eingerichtet, sagte der Ministerpräsident.
Tsunami-Warnungen ausgedehnt
Nach dem schweren Beben wurden die Tsunami-Warnungen deutlich ausgedehnt. Das US-Tsunami-Warnzentrum dehnte die Warnung auf praktisch alle Küstengebiete am Pazifik aus, auch Indonesien gab eine Tsunami-Warnung für seine östlichen Küstengebiete aus.